Im Handwerk fehlen Fachkräfte, viele Betriebe suchen händeringend nach Personal. Das öffnet Türen für Quereinsteiger aus verwandten Berufen – mit attraktiven Gehaltsaussichten.

Doch wie realistisch ist ein Quereinstieg ins Handwerk? Welche Voraussetzungen brauchst du, und was kannst du verdienen? Wir geben dir eine ehrliche Einschätzung.

Warum das Handwerk Quereinsteiger braucht

Viele Handwerksbetriebe finden nur schwer Fachkräfte. Das Ergebnis: Arbeitgeber öffnen sich zunehmend für Quereinsteiger und investieren in deren Einarbeitung.

Ideale Quereinsteiger-Profile

Nicht jeder Quereinstieg funktioniert gleich gut. Diese Hintergründe sind im Handwerk besonders gefragt:

Konkrete Einstiegswege

Je nach deinem Hintergrund gibt es verschiedene Wege ins Handwerk:

Weg 1: Direkteinstieg mit verwandtem Studium

Wenn du Maschinenbau, Elektrotechnik oder Bauingenieurwesen studiert hast, kannst du oft direkt einsteigen. Viele Arbeitgeber bieten eine strukturierte Einarbeitung, in der du Handwerks-spezifisches Wissen aufbaust.

Weg 2: Berufsbegleitende Weiterbildung

Handwerkskammern, Innungen und andere Bildungsträger bieten berufsbegleitende Lehrgänge an, etwa zu Wärmepumpe, Photovoltaik oder Gebäudeautomation. Dauer und Kosten hängen vom Programm ab.

Weg 3: Über den Arbeitgeber einsteigen

Einige größere Handwerksbetriebe bieten strukturierte Quereinsteiger-Programme an. Du wirst bezahlt, während du dich einarbeitest – mit einem Mentor und einem klaren Entwicklungsplan.

Weg 4: Einstieg über angrenzende Rollen

Technische Vertriebspositionen bei Handwerks-Herstellern oder Projektassistenz-Rollen sind niederschwellige Einstiegspunkte. Von dort kannst du dich in fachliche Rollen entwickeln.

Was Quereinsteiger verdienen

Was du als Quereinsteiger verdienst, hängt von deinem Gewerk, deiner Region, dem Arbeitgebertyp und deinen Berufsjahren im Gewerk ab. Zur Orientierung die Werte zweier Gewerke (Jahresbrutto):

Wichtig

Verkaufe dich nicht unter Wert. Deine Berufserfahrung aus verwandten Branchen hat einen echten Wert – Projektmanagement-Skills, technisches Verständnis und Kundenumgang sind direkt übertragbar.

Typische Herausforderungen beim Quereinstieg

Ein ehrlicher Blick auf die Hürden hilft bei der Vorbereitung:

5 Tipps für den erfolgreichen Einstieg

  1. Nimm Kontakt zur Handwerkskammer oder Innung vor Ort auf: Kläre dort, welcher Weg in dein Wunschgewerk zu deinem Hintergrund passt, bevor du dich festlegst.
  2. Lerne die Abläufe deines Gewerks: Verstehe, wie ein Auftrag vom Aufmaß bis zur Abnahme läuft.
  3. Nutze einen spezialisierten Personalberater: Ein auf Handwerk spezialisierter Headhunter kennt die Arbeitgeber, die offen für Quereinsteiger sind, und kann deine Erfahrung richtig positionieren.
  4. Suche dir einen Mentor: Ein erfahrener Geselle oder Meister als Mentor beschleunigt deine Einarbeitung enorm.
  5. Investiere in moderne Gewerkskompetenzen: Zusatzqualifikationen wie Wärmepumpen-Fachkraft, Photovoltaik-Installateur oder KNX/Smart-Home verschaffen dir einen Vorsprung gegenüber vielen erfahrenen Handwerkern, die diese Felder noch nicht abdecken.